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Adieu Anschreiben?

 

Kurzprofil und One-Click-Verfahren – Bewerbungsunterlagen scheinen sich derzeit im Wandel zu befinden

 

Nicht nur Bewerber sollten sich um einen guten Eindruck bemühen. Denn: schlechte Erfahrungen im Bewerbungsprozess sprechen sich auch bei den Suchenden herum. Deshalb sind Arbeitgeber gut beraten, die Kandidaten schon mit ihrem Bewerbungsverfahren zu überzeugen. Entscheidend dabei: die Art der Bewerbung selbst. Und die erfindet sich in diesen Zeiten offenbar neu. Diesen Schluss lässt die Studie „Bewerbung der Zukunft“ des Online-Karriereportals Monster und des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universität Bamberg zu.. 


„Die Kandidaten sind zunehmend mobil unterwegs und möchten sich dann auch so bewerben“, so die Einschätzung von Studienleiter Prof. Dr. Tim Weitzel vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Universität Bamberg. „Dabei fragen sie sich, ob so ein lästiges Anschreiben noch zeitgemäß ist. Unternehmen experimentieren heute mit unterschiedlichen Bewerbungsformen von Post über Mail bis One-Click.“ Fest stehe, so das Portal: Recruiter müssen in Punkto Bewerbung umdenken – und zwar rasch, schließlich plane zum Beispiel fast die Hälfte aller Millennials, laut einer weiteren Studie in naher Zukunft den Job zu wechseln. Nach wie vor meinten 78,5 Prozent der Unternehmen, so das Ergebnis, dass sich Kandidaten beim Anschreiben positiv von anderen abheben können. Doch 32,4 Prozent der Kandidaten würden am liebsten auf ein Anschreiben verzichten. Diese Botschaft sei auch bei vielen Unternehmen angekommen: Nur noch knapp 60 Prozent glaubten, dass das persönliche Anschreiben auch künftig ein wichtiges Auswahlkriterium sein werde, während für fast 98 Prozent der Unternehmen der Lebenslauf wichtig bleibe.

Die Studie zeige auch: Unternehmen planen, für Bewerbungsverfahren verstärkt digitale Kanäle und soziale oder berufliche Netzwerke zu nutzen. Schließlich suchten Millennials ja auch heute schon am häufigsten online nach einem neuen Job – digitale Bewerbungen seien da die logische Schlussfolgerung. Entsprechend wenig Begeisterung herrsche bei den Kandidaten für die papierbasierte Bewerbung, nur noch 1,5 Prozent möchten sich in Zukunft so bewerben. Und auch nur knapp 5 Prozent der Unternehmen wünschen sich künftig papierbasierte Bewerbungen. 30,6 Prozent der Unternehmen präferieren zukünftig dagegen E-Mail Bewerbungen und fast 74 Prozent Formular-Bewerbungen. „Die Kandidaten freunden sich mit dieser aus ihrer Sicht zu standardisierten und aufwendigen Form der Bewerbung langsamer an – nur 23,8 Prozent würden sie künftig bevorzugen. Bei der E-Mail-Bewerbung sind es 56,2 Prozent“, erläutert Marc Irmisch-Petit, Vice President General Manager bei Monster. Die One-Click- oder One-Swipe-Bewerbung sei „eine spannende Innovation im Bewerbungsprozess“, wenn solche Bewerbungen akzeptiert würden, zeigten Arbeitgeber „auf jeden Fall Nähe zu den Bedürfnissen der Kandidaten“. 17,9 Prozent der Unternehmen planten die One-Click-Bewerbung für ihr künftiges Bewerbungsverfahren mit ein. 23,3 Prozent der Kandidaten hätten sie schon einmal genutzt.

 

Grundsätzlich sei zu beobachten, dass digitale Bewerbungswege immer wichtiger werden, wie die One-Click-Bewerbung oder auch das Kurzprofil, das von 79,9 Prozent der Kandidaten als künftig relevant eingeschätzt werde. Zumeist steht das eigene Profil schon in Businessnetzwerken oder auf Jobbörsen wie zum Beispiel monster.de zum Upload beziehungsweise Versand bereit. Stellensuchende bevorzugen in Zukunft schnelle, unkomplizierte und mobile Bewerbungswege. Personaler sollten ihnen dafür den Weg freimachen und die jeweiligen Trends im Auge behalten.
 

Junge Leute suchen eine Arbeitsstelle oft online auf dem Smartphone.

Foto: Fotolia

Büromanagerinnen und Fachinformatiker an der Spitze

 

Das vergangene Jahr brachte bei der IHK mehr Azubi-Verträge, aber weniger Ausbildungsbetriebe hervor

 

Nach einem Rückgang im Vorjahr konnten die bayerischen Betriebe aus Industrie, Handel und Dienstleistungen 2017 wieder mehr Lehrlinge einstellen. Wie die Industrie- und Handelskammer (IHK) München berichtet, verzeichnet der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) für das abgelaufene Jahr insgesamt knapp 53 380 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge, das sei ein Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der IHK-Ausbildungsbetriebe ging dagegen leicht auf 30 899 zurück. Wie in den Vorjahren blieben viele Lehrstellen mangels Bewerber unbesetzt. Die Arbeitsagentur spricht von fast 15 000 unbesetzten Ausbildungsplätzen. „Wir alle müssen uns noch mehr auf die duale Berufsbildung als bestes Sprungbrett in die Karriere zurückbesinnen. Das betrifft nicht nur Schüler, Eltern und Lehrer, sondern auch die Bildungspolitik mit ihrem Drang zur Akademisierung. Die Ausbildung ist einer der wichtigsten Grundpfeiler unserer wirtschaftlichen Stärke“, hat BIHK-Präsident Eberhard Sasse die Zahlen kommentiert. Dafür haben die bayerischen IHKs und Partner wie das Wirtschaftsministerium in den vergangenen Jahren Kampagnen wie „Elternstolz“ oder die „Woche der Ausbildung“ ins Leben gerufen, die heuer am 26. Februar startet.


Vor allem geflüchtete Menschen geben der Ausbildung derzeit einen Schub. 2017 traten in Bayern rund 2700 Jugendliche aus sogenannten „fluchtwahrscheinlichen Ländern“ eine Lehre an, das waren fünf Prozent aller neuen Azubis. Bei den Top-IHK-Lehrberufen liegt im Freistaat bei Mädchen die Kauffrau für Büromanagement an der Spitze, bei Buben der Fachinformatiker. In der Gesamtrechnung führen die Einzelhandelskaufleute vor den Kaufleuten für Büromanagement und den Verkäufern. 
 

Ausbildung bei der Bank – 
Ein Beruf ohne Zukunft?

 

Joachim Behles, Ausbildungsleiter der VR Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg eG steht hierzu Rede und Antwort

 

 

Herr Behles, wird es in Zukunft den Beruf der Bankkauffrau-/-mann noch geben?“


Joachim Behles: Ein ganz klares Ja. Der Beruf des Bankkaufmanns/-frau wird auch in Zukunft existieren, denn Finanzen, und damit auch Finanzexperten, gehören zu jeder Gesellschaft. Zudem ist die VR Bank als eine der eigenkapitalstärksten VR Banken gut aufgestellt. Aus diesem Grund gibt die VR Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg eG auch allen ihren Azubis eine Übernahmegarantie. 


Wie verändert sich der Beruf des Bankkaufmanns/-frau künftig? 


Wir haben bereits in den letzten Jahren erlebt, wie die Digitalisierung das Berufsbild verändert. Allerdings sehen wir diese Veränderung als Chance, denn eine starke Digitalisierung in unserem Beruf macht die Arbeit abwechslungsreich und spannend. Zudem erhöht sie den Bedarf von Spezialisten, etwas, das wir insbesondere in beruflichen Weiterbildungen und Qualifikationen nach der Ausbildung fördern. 


Der Ausbildungsbeginn ist in wenigen Monaten. Haben Sie noch offene Stellen?


Wir haben noch offene Stellen und freuen uns über Bewerbungen. Auch Studienabbrecher können sich bei uns bewerben. Informationen können sich interessierte Bewerber/-innen direkt bei unseren Azubis holen. Unter der Telefonnummer 0160/972 72 378 stehen unsere Azubis Interessierten Rede und Antwort. Gerne auch per WhatsApp. Ansonsten finden Bewerber alle Informationen auf unserer Ausbildungsseite www.vrsta.de/ausbildung
 

Praktische Tipps für die Ausbildung

 

Eine Umsetzungshilfe für den Bereich Sanitär-Heizung-Klima soll Berufsbeginnern den Einstieg erleichtern 

 


Endlich Ausbildung! Das bedeutet ein neuer Arbeitsalltag und viele noch unbekannte Lerninhalte aus Theorie und Praxis. Eine Vielzahl an Informationen sowie praktische Handlungshilfen zur Planung und Durchführung der betrieblichen und schulischen Ausbildung zum/zur Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik liefert eine neue Broschüre allen an dieser Ausbildung beteiligten oder interessierten Personen. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat gemeinsam mit dem Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung (BTGA e.V.), der IG Metall und dem Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK e.V.) eine entsprechende Umsetzungshilfe innerhalb der BIBB-Reihe „Ausbildung gestalten“ veröffentlicht.

Diese Broschüre will den Berufsanfängern zahlreiche nützliche Informationen bieten.
Foto: BIBB

Platz nehmen auf der Datenbank 

 

Die Ausbildungsplatzbörse der Ausbildungsoffensive Bayern soll einen direkten Weg zu engagierten Nachwuchskräften ermöglichen

 

Um junge Menschen auf ihrem Weg in die berufliche Zukunft ganzheitlich zu unterstützen, bietet die Kampagne „Ausbildungsoffensive Bayern“ bayerischer Metall und Elektro-Arbeitgeber unter anderem eine Ausbildungsplatzbörse an, die den Jugendlichen freie Ausbildungsstellen sowie Ausschreibungen für das duale Studium in Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektroindustrie auflistet. Mitgliedsunternehmen des Bayerischen Unternehmensverbands Metall und Elektro („bayme“) sowie des Verbands der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie („vbm“) haben die Möglichkeit, kostenlos die Ausbildungsplatzbörse der Ausbildungsoffensive Bayern zu nutzen. Die eingetragenen Daten der Mitgliedsunternehmen sind neben dem Portal der Ausbildungsoffensive Bayern auch über das Schülerportal www.ausbildung-me.de von Gesamtmetall erreichbar. Hier werden die User anschließend direkt auf die Seite der Ausbildungsoffensive Bayern weitergeleitet. Die Ausbildungsplatzbörse ist unter https://www.ausbildungsoffensive-bayern.de abrufbar
 

Darin werden die Umsetzung der neuen Ausbildungsordnung und des Rahmenlehrplans beschrieben, die am 1. August 2016 in Kraft getreten sind. Die Veröffentlichung richtet sich an Ausbilderinnen und Ausbilder, Auszubildende, Berufsschullehrerinnen und Berufsschullehrer sowie an Prüferinnen und Prüfer. Die BIBB-Reihe „Ausbildung gestalten“ richtet sich mit ihren konkreten Tipps und praktischen Anleitungen direkt an die Ausbildungspraxis und unterstützt das  

Ausbildungspersonal bei der täglichen Arbeit mit den Auszubildenden. Das BIBB erarbeitet die Umsetzungshilfen in Zusammenarbeit mit einem Autorenteam, das sich aus Sachverständigen des Neuordnungsverfahrens zusammensetzt. Die Umsetzungshilfe „Ausbildung gestalten – Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik“ kann unter www.bibb.de/ausbildunggestalten kostenlos heruntergeladen werden. Darüber hinaus kann man gedruckte Exemplare beim BIBB auch als Print-on-Demand zum Preis von jeweils 24,90 Euro bestellen. Unter derselben Internetadresse stehen auch Umsetzungshilfen für weitere duale Ausbildungsberufe zur Verfügung. Dieses Angebot für die Ausbildungspraxis wird vom BIBB kontinuierlich ausgebaut.

 

Besser auf Nummer sicher

 

Eine Ausbildung lohnt sich immer – das beweist einmal mehr eine aktuelle Arbeitsmarkt-Statistik

 

Gute Nachrichten vom Jobmarkt sind natürlich immer willkommen. Doch sie sind vor allem ein Beleg dafür, dass es – unabhängig von der Konjunktur – immer besser ist eine abgeschlossene Berufsausbildung zu haben als gar keine. Laut der Bundesagentur für Arbeit (BA) haben auch arbeitslose Menschen, die keine Berufsausbildung vorweisen können, von der sehr guten Arbeitsmarktentwicklung im vergangenen Jahr profitiert. Nach Angaben einer aktuellen BA-Statistik hat deren Arbeitslosenquote im Vergleich zu 2016 um 1,3 Prozentpunkte auf 18,7 Prozent abgenommen. Nach wie vor ist aber das Risiko von ungelernten Menschen, arbeitslos zu sein, erheblich größer als von ausgebildeten Erwerbspersonen. Die Arbeitslosenquote war etwa fünfmal so hoch wie für Personen mit einer betrieblichen beziehungsweise schulischen Berufsausbildung, deren Quote bei 3,8 Prozent lag. Die niedrigste Arbeitslosenquote weisen Akademiker auf, von denen nur 2,5 Prozent arbeitslos waren. Im Vorjahresvergleich haben sich die Arbeitslosenquoten von Personen mit betrieblicher beziehungsweise schulischer Berufsausbildung um 0,4 Punkte und für Akademiker um 0,1 Punkte verringert.

Regionale Unterschiede

 

In regionaler Betrachtung zeigen sich enorme Unterschiede vor allem für Ungelernte. Tendenziell gilt: Je höher die allgemeinen Arbeitslosenquoten in einer Region, desto deutlicher zeigen sich auch qualifikationsspezifische Unterschiede. In Regionen mit niedriger Arbeitslosenquote ist die Differenz bei der Arbeitslosigkeit von Menschen mit und ohne Ausbildung kleiner als in Regionen mit hoher Arbeitslosenquote.
Die niedrigsten Arbeitslosenquoten werden in dem süddeutschen Kreis Eichstätt gemessen: Die Quoten reichen dort von 0,9 Prozent für Akademiker über 1,2 Prozent für betrieblich beziehungsweise schulisch Ausgebildete bis zu 4,3 Prozent für Ungelernte. Die höchste Quote für Ungelernte verzeichnet der ostdeutsche Kreis Uckermark mit 49,7 Prozent. Die Arbeitslosenquoten für betrieblich beziehungsweise schulisch Ausgebildete und für Akademiker belaufen sich dort auf 10,3 beziehungsweise 2,8 Prozent.