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Positiv aus der Rolle fallen

 

Immer mehr Mädchen entscheiden sich für eine Ausbildung in einem sogenannten MINT-Beruf

 

Männer reparieren Autos, Frauen pflegen Patienten – die traditionelle Rollenverteilung auf dem Arbeitsmarkt hat sich bis heute nur wenig verändert. Doch zunehmend fassen Frauen Fuß in den typischen Männerberufen. So arbeiteten 2017 in der Metallbearbeitung zwar nur 85.000 Frauen – bei mehr als 660.000 Beschäftigten. Allerdings waren es sieben Jahre zuvor nur 77.000. Fanden sich 2013 noch knapp 36.000 Frauen in der Informatik, waren es im vergangenen Jahr bereits mehr als 41.000. In der Altenpflege hingegen waren im vergangenen Jahr von mehr als einer halben Million Beschäftigten 472.000 Frauen. 

Es lohnt, alte Muster aufzubrechen

 

Der Wechsel in die „Männerwelt“ kann durchaus auch aus finanziellen Gründen lukrativ sein. Der Mangel an Fachkräften und gute Aufstiegschancen sind weitere Gründe dafür, sich von der typischen Rollenverteilung zu verabschieden. MINT steht für die Begriffe Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Auch wenn sich zunehmend mehr Frauen für Studiengänge wie Bauingenieurwesen oder Informatik entscheiden, ist der Frauenanteil an den Beschäftigten in MINT-Berufen mit 15 Prozent noch immer unterdurchschnittlich. Große Unterschiede gibt es in den einzelnen Branchen. Die meisten Frauen sind mit 40 Prozent in den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaften zu finden – in technischen Berufen sind es dagegen nur etwa 13 Prozent. Positiv ist, dass die Beschäftigung von jüngeren Frauen in den MINT-Berufen prozentual deutlicher gewachsen ist als die von Männern.

Foto: Fotolia

Die Weichen für die spätere Erwerbsbiographie werden häufig schon bei der Wahl der Berufsausbildung gestellt. Hier gehen Männer und Frauen meist noch immer getrennte Wege, was sich später in der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung wieder spiegelt. Gerade einmal 1,5 Prozent der Frauen arbeiten in Hoch- und Tiefbauberufen, nicht einmal drei Prozent im Metallbau und der Schweißtechnik – dagegen sind deutlich über 80 Prozent in Erziehungs- und Gesundheitsberufen tätig. Die Entscheidung für eine Ausbildung in einem MINT-Beruf lohnt sich gleich in mehrfacher Hinsicht. So suchen zurzeit viele Unternehmen zum Beispiel nach IT-Spezialisten, und auch die Baubranche boomt. Das bedeutet gute Chancen für einen sicheren Arbeitsplatz. Zudem sind die Verdienst- und Karrieremöglichkeiten in vielen Jobs deutlich besser, als zum Beispiel im Erziehungs- oder Gesundheitswesen. Umfassende Informationen zu den MINT-Berufen finden sich im Internet unter www.mint.arbeitsagentur.de.

Aktiv auf allen Kanälen

 

Mit der Kampagne „Macher gesucht! #echtecht“ wollen die bayerischen Handwerkskammern  Betriebe und junge Leute auf Ausbildungssuche zusammenbringen 

 

Manchmal muss der Berg zum Propheten kommen – das gelingt am besten, wenn er auch dessen Medienkanäle nutzt: Die Nachwuchskampagne der bayerischen Handwerkskammern geht mit einem neuen Motto an den Start. Bei „Macher gesucht! #echtecht“ können junge Menschen erfahren, wie sie zu einem der Macher von morgen werden. Wer keine Lust auf Mainstram, dafür aber umso mehr Spaß daran hat, die Dinge selbst anzupacken, ist beim Handwerk genau richtig. Auf den Social-Media-Kanälen der Handwerkskammern zeigen echte Macher authentisch, unterhaltsam und informativ, was sie draufhaben. Dort kann man auch Azubis in ihrem Berufsalltag über die Schulter schauen. Sie zeigen ihr Können und was ihren Beruf so einzigartig macht. Ihre Leidenschaft und ihr Wissen soll Berufsstarter bei ihrer Wahl unterstützen.

 

#echtecht –
problemlos zu finden

 

Auf den Social-Media-Kanälen der Handwerkskammern wie Instagram, Facebook und Snapchat findet man „Macher gesucht!“. Oder einfach beim Blog vorbeischauen. Hier gibt es immer die aktuellen Trends und Einblicke in den Handwerks-Alltag. Auf der Website www.lehrlinge-fuer-bayern.de gibt es alle wichtigen Informationen zu den Handwerksberufen im Berufe-Wiki. Im Berufe-Checker werden mögliche Berufe, abgestimmt auf Interessen und Fähigkeiten, vorgeschlagen. Das Lehrstellenradar informiert über offene Stellen in der näheren Umgebung. Die WhatsApp-Sprechstunde bietet die Chance, unter der Nummer 01752297222 anonym Fragen zu stellen, auch genau solche, die man sich sonst nie trauen würde zu stellen. Montag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr antworten Azubis authentisch und auf Augenhöhe. In allen Bereichen suchen die Handwerkskammern in Bayern Macher mit Ideen und Tatendrang, die sich gerne neuen Herausforderungen stellen und dabei mit vollem Einsatz bei der Sache sind.

Gerüstet für neue Herausforderungen 

 

Elf Ausbildungsordnungen von Metall- und Elektroberufen werden an den digitalen Wandel angepasst 

 

Wie kaum eine andere Berufsgruppe stehen die industriellen Metall- und Elektroberufe im Blickpunkt, wenn es um die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt geht. Gemeinsam mit den Sozialpartnern und Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Auftrag der Bundesregierung daher die Ausbildungsordnungen von elf Metall- und Elektroberufen an die neuen Herausforderungen angepasst. Digitalisierung der Arbeit, Datenschutz und Informationssicherheit werden feste Bestandteile der Ausbildung. Eine Reihe von wählbaren Zusatzqualifikationen gibt den im Digitalisierungsprozess unterschiedlich aufgestellten Betrieben zudem die Möglichkeit, gezielt Kompetenzen für den digitalen Wandel aufzubauen. Die Änderungen treten zum 1. August 2018 in Kraft.

 

Wie rigoros der Wandel in den Ausbildungsbetrieben ist, hängt vom Tempo der digitalen Veränderungen ab. Faktoren wie Produktzyklen, Investitions- und Innovationsverhalten variieren – und damit auch der Handlungsdruck zur Modernisierung der Ausbildungen. Die Änderungsverordnungen schaffen dafür durch mögliche Zusatzqualifikationen noch mehr Spielraum.

 

Für alle Berufe neu ist die integrativ während der gesamten Ausbildungszeit zu vermittelnde Berufsbildposition „Digitalisierung der Arbeit, Datenschutz und Informationssicherheit“. Außerdem wurden in den Berufsbildpositionen „Betriebliche und technische Kommunikation“ sowie „Geschäftsprozesse und Qualitätssicherungssysteme im Einsatzgebiet“ Änderungen in die Ausbildungsordnungen eingearbeitet. Die nachzuweisenden Qualifikationen werden im Teil 2 der gestreckten Abschlussprüfung berücksichtigt. Parallel und daran angelehnt erfolgte die Überarbeitung der Rahmenlehrpläne für die Berufsschulen.

 

Überarbeitet wurden neben dem Mechatroniker/der Mechatronikerin die Metallberufe: Anlagen-
mechaniker/-in, Industriemechaniker/-in, Konstruktionsmechaniker/-in, Werkzeugmechaniker/-in, Zerspanungsmechaniker/-in sowie die Elektroberufe Elektroniker/-in für Automatisierungstechnik, Elektroniker/-in für Betriebstechnik, Elektroniker/-in für Gebäude- und Infrastruktursysteme, Elektroniker/-in für Geräte und Systeme, Elektroniker/-in für Informations- und Systemtechnik.

 

Darüber hinaus wurden neue Zusatzqualifikationen entwickelt: Für die Metallberufe sind dies die Zusatzqualifikationen Prozessintegration, Systemintegration, IT-gestützte Anlagenänderung sowie additive Fertigungsverfahren, für die Mechatroniker Programmierung, IT-Sicherheit, digitale Vernetzung und additive Fertigungstechniken sowie für die Elektroberufe Programmierung, IT-Sicherheit und digitale Vernetzung.

Alle Zusatzqualifikationen werden mit einem empfohlenen zeitlichen Umfang von jeweils acht Wochen vermittelt und in der Abschlussprüfung durch ein fallbezogenes Fachgespräch geprüft. Diese optionalen und gesondert zertifizierten Ausbildungsinhalte sind zugleich ein attraktives Angebot für Auszubildende, ihre Qualifikationen um neue, besonders nachgefragte Kompetenzen zu erweitern.

Die Zusatzqualifikationen verbessern darüber hinaus die Startmöglichkeiten für die berufliche Weiterbildung der Fachkräfte.

In der BIBB-Reihe „Ausbildung Gestalten“ werden zurzeit gemeinsam mit Sachverständigen unter Federführung des BIBB Umsetzungshilfen für Ausbildungsverantwortliche erstellt. Für Prüfungsausschussmitglieder arbeitet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) an einer entsprechenden Handreichung.

Plakat: Bayerischer Handwerkstag

Der Personal Trainer für Azubis 

 

Mit der „Assistierten Ausbildung“ will die Bundesagentur für Arbeit junge Menschen am Beginn ihrer Laufbahn unterstützen

 

Den Schulabschluss in der Tasche, der Berufswunsch steht, aber die bisherigen Bewerbungen waren bislang leider erfolglos. Und selbst wenn ein Ausbildungsvertrag schon zum Greifen nah erscheint, kann der Ausbildungsbetrieb noch immer daran zweifeln, ob der Azubi wirklich geeignet ist. Kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt mit der „Assistierten Ausbildung“ (AsA) und stellt Azubis quasi einen Personal Trainer an ihre Seite.

Kein Sonderweg

 

Die Assistierte Ausbildung mitsamt persönlicher Betreuung ist kein Sonderweg, sondern eine völlig übliche duale Ausbildung. „Der Jugendliche ist einer ganz normalen betrieblichen Ausbildung integriert und wird dort auch vom Unternehmen vergütet“, sagt Christan Weinert, Pressesprecher der Bundesagentur für Arbeit. Allerdings bekommen die Jugendlichen zusätzlich eine persönliche externe Unterstützung durch einen Coach. „Die Coaches sind zusätzlich für die Jugendlichen und auch den Unternehmer da, damit die Ausbildung auch zu einem erfolgreichen Ende geführt werden kann.“ Die persönlichen Assistenten unterstützen zum Beispiel beim Deutschunterricht oder leisten Nachhilfe in Fächern, die an der Berufsschule unterrichtet werden.

Begleitung schon vor Ausbildungsbeginn

 

„Das Besondere an der Assistierten Ausbildung ist, dass es nicht nur im Vorfeld einer betrieblichen Ausbildung eine Unterstützung durch einen Coach gibt, sondern auch während der Ausbildung. Das heißt, junge Menschen haben auch während der Ausbildung einen Ansprechpartner, auf den sie zugehen können, wenn sie Probleme haben oder wenn sie an irgendeiner Stelle nicht weiterkommen – und der notfalls auch mal vermittelt, wenn es vielleicht mit dem Unternehmer Mal eine kleine Unstimmigkeit gibt“, ergänzt Weinert. Während der Ausbildung können die Coaches bis zu neun Stunden pro Woche von den Azubis in Anspruch genommen werden. Vor Ausbildungsbeginn liegt die Unterstützung sogar bei 39 Stunden pro Woche.

Die AsA ist keine Massenware von der Stange, sondern sie wird an die Bedürfnisse und Erfordernisse eines jeden Azubis angepasst. Der Coach legt gemeinsam mit den Auszubildenden fest, wie die Unterstützung aussehen soll. Auf diese Weise wird die Ausbildung flexibler und individueller.

 

„Das Angebot der Assistierten Ausbildung kostet weder den Jugendlichen noch den Unternehmer etwas.“ Die Maßnahme übernimmt die Agentur für Arbeit. Wer an der ausbildungsvorbereitenden Phase vor Ausbildungsbeginn teilnimmt, hat sogar Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe. Diese Leistung hilft zum Beispiel dabei, die Kosten für Miete, Heimfahrten und den Lebensunterhalt zu decken. Die ausbildungsvorbereitende Phase dauert maximal ein halbes Jahr. In dieser Zeit geht es darum, einen geeigneten Betrieb zu finden und herauszuarbeiten, welche Unterstützung die passende ist. Hilfe bei Bewerbungen und Praktika runden das Paket ab.

 

Um die Assistierte Ausbildung in Anspruch nehmen zu können, muss die Agentur für Arbeit einen Jugendlichen dafür vorgeschlagen haben. Einzelheiten erfahren Interessierte bei der Berufsberatung oder im Jobcenter.

Seit 2015 wird die AsA angeboten. Damals erhielten rund 3300 Jugendliche diese Unterstützung – gut dreimal mehr waren es bereits im Jahr danach.

Ausbildung plus (akademischer Abschluss)

 

Duale Studienangebote werden immer differenzierter – Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften sind die begehrtesten

Wer sich für ein duales Studium entscheidet, hat mittlerweile fast die Qual der Wahl – die allerdings immer in Abhängigkeit vom Ausbildungsunternehmen ist. Denn Diversifizierung und Spezialisierung sind für jedes beteiligte Unternehmen entscheidend. Das duale Studium gliedert sich in zwei gleichberechtigte Sparten: Theorie und Praxis. Wie sie miteinander verknüpft werden, hängt von Hochschule und Betrieb gleichermaßen ab.

 

Im ausbildungsintegrierenden dualen Studiengang erhalten die Studierenden zusätzlich zum Studium eine vollständige Ausbildung und haben am Ende zwei Abschlüsse vorzuweisen: den Bachelor und den Gesellenbrief. Während des Studiums arbeiten die Studenten in ihrem Ausbildungsbetrieb und besuchen die Berufsschule sowie die Hochschule.

 

Im sogenannten praxisintegrierenden dualen Studiengang ergänzen längere Praxisphasen im Unternehmen das Hochschulstudium. Diese „Trainee-Phasen“ stellen keine anerkannte Berufsausbildung dar. Daher steht am Ende des Studiums „nur“ der Bachelor – und in den meisten Fällen eine Übernahmegarantie des Unternehmens.

 

Weitere Varianten des dualen Studiums sind berufsbegleitende und berufsintegrierende duale Studiengänge. Sie sind für Menschen mit einem Voll- oder Teilzeit-Job gedacht. Sich im Dschungel der Angebote zurecht zu finden, ist nicht immer ganz einfach. Schließlich gilt es, sich sowohl bei der Hochschule einzuschreiben – und zwar in den richtigen Fächern – als auch mit dem Unternehmen einen Vertrag zu schließen.

Duales Studium wird immer beliebter – und die Zahl der Studiengänge steigt und steigt. 1592 wurden beispielsweise 2016 angeboten. 47.458 Unternehmen boten diese Art der Ausbildung an, 100.739 Berufsanfänger nutzten ihre Chance für eine qualifizierte Ausbildung in Kombination mit akademischen Abschluss. Politik, Wissenschaft und Wirtschaft heben immer wieder die Vorteile für beide Seiten hervor: Studierende haben eine hohe Übernahmesicherheit nach dem erfolgreichen Abschluss ihre Doppelausbildung, sie lernen praxisorientiert und erwerben zugleich den notwendigen theoretischen Überbau für ihre künftige Karriere. Zudem gibt es eine angemessene Ausbildungsvergütung. Auf Unternehmensseite will man mit dem dualen Studium künftige Mitarbeiter gewinnen und halten, sie von Anfang an mit der individuellen Unternehmenskultur und den immer feingliedrigeren Produktionsabläufen vertraut machen und so dem Fachkräftemangel entgegen wirken.