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Foto: Pixabay

Es muss nicht immer Rimini sein…

Perfekte Urlaubstage lassen sich auch im Fünf-Seen-Land sehr gut und entspannt verbringen

Manchmal denkt man doch, wäre ich bloß zu Hause geblieben. Gleich zu Beginn schon mal kilometerlanger Stau am Brenner. Und auch das Wetter im Stau: Südstau statt Nordstau, Regen im Süden, in der Heimat bestes Badewetter. Urlaub auf Balkonien, im Garten oder einfach zu Hause ist im Fünf-Seen-Land gerade im Sommer eine echte Alternative zu überfüllten Straßen, lauten Hotelburgen und zum „Teutonengrill“ an Adria oder Riviera.

Doch wie sieht der perfekte Urlaubstag für den (von den Schönheiten des Landkreises verwöhnten) Einheimischen an Starnberger See, Wörthsee oder Ammersee aus? Kommt da wirklich Urlaubsfeeling auf? Kennt man da nicht schon alles?

Natürlich sollte man sich am besten nicht einfach ins Auto setzen, um dort hin zu kommen. Oft sind die Weiher und Miniseen ohnehin nur über Pfade erreichbar. Ein Mountainbike, ist da das richtige Gefährt um versteckte Badeparadiese und idyllische Picknickplätze zu entdecken. Mit  GPS oder einer guten Karte wie vom Bayerischen Vermessungsamt im Maßstab von 1:50.000 – oder kleiner –  kann man sich ganz gut orientieren. Viele Radwege sind auch ausgeschildert. Wer von Starnberg aus kommend sich direkt am See im dichten Verkehr entlang quält, ist selber schuld.

Dort gibt es im Strandbad Hubl frischen Saibling oder Renke aus dem Starnberger See. Das Bad wurde bereits um die Jahrhundertwende eröffnet und zählt zu den ältesten Strandbädern am Starnberger See. Damals gab es noch getrennte Badebereiche für Männer und Frauen. Die hölzernen Umkleiden von damals stehen noch und vermitteln das Flair einer historischen Badeanstalt.

Über Generationen hinweg betreibt die Familie Hubl dort schon ihre Fischerei. Ab Ende Mai werden die Fische über Buchenholz geräuchert. Außerdem stehen für eine Ruderpartie einige Boote zum Ausleihen bereit. Oder man fährt ins Nordbad bei Tutzing und versucht sich im Stand-Up-Paddling. Im Südbad, ebenfalls bei Tutzing, kann man nicht nur an dem langen Steg mit wunderbarem Blick auf die Alpenkette baden, sondern auch gemütlich essen.

 

Bayerisches Fleckvieh neben Kapelle
und Satellitenschüssel

 

Doch vielleicht regnet es, was ja auch in Bayern nicht selten der Fall ist. Sonst kämen vielleicht auch nicht so viele Urlauber auf die Idee, ihr Ferienglück auf der anderen Seite der Alpen zu suchen. Doch auch dann muss der Urlaub zu Hause nicht ins Wasser fallen.

Romantische Abendstimmung lädt zum Stand-Up-Paddling bei St. Heinrich am Ufer des Starnberger Sees ein.
Foto: Seipp

Vielleicht muss man die eingetretenen Ausflugspfade einfach mal verlassen und einige Tipps beachten. Erste Regel wäre, an Wochenenden, wenn sich die großen, schönen oberbayerischen Seen zur Badewanne und zum Grillplatz für gestresste Städter aus München oder Augsburg wandeln, entweder zu Hause zu bleiben oder einen kleineren, unbekannten See aufzusuchen: Wie wäre es also mit dem Deixlfurter See, Nußberger Weiher, Haarsee, Stadler Weiher, Maistättenweiher, Streitbergerweiher, Eitzenberger Weiher...
Die Liste ließe sich problemlos fortsetzen. Noch nie gehört von den Gewässern? Allen Weihern und kleinen idyllischen Seen ist gemein, dass sie zwischen Ammersee und Starnberger See liegen – ergo ganz in der Nähe.

 

Besser mit dem Rad als mit dem Auto

 Durch den Wald führt schnurgerade ein Weg bis zum „Paradies“, dem weitläufigen Possenhofener Badegelände. Noch schöner ist es über den oberen Kamm bis nach Pöcking zu fahren. Da muss man nur dem Prinzenweg folgen und dann noch ein kleines Stück den Oberen Seeweg hinauf. Oder man nimmt den Weg durch die Maisinger Schlucht. Doch da kann viel los sein, deshalb sollte man den besser nicht an sonnigen Wochenenden befahren.

Auch sonst kann man dem Massenandrang beim „Percha Beach“ oder dem Ambacher Erholungsgelände mit dem Rad bestens entgehen. Man könnte beispielsweise von Pöcking über Traubing, vorbei am Deixlfurter See zur Ilkahöhe bei Tutzing fahren. Dann den bekannten Aussichtshügel mit Blicken bis ins Chiemgau auf einem Forstweg hinunter fahren und über Kampberg auf einem garantiert kaum frequentierten Waldweg weiter nach Bernried. Der Radweg ist ab Kampberg ausgeschildert.

 

Schwimmen, Rudern und frischen Fisch genießen
in einem der ältesten Strandbäder des
Starnberger Sees

 

In Bernried bietet sich dann für Kulturinteressierte ein ausgiebiger Besuch im Buchheim Museum mit Seeblick an. Der Bernrieder Park ist groß genug, dass man auch an schönen Wochenenden ein ruhiges Plätzchen findet. Man muss ja nicht unbedingt direkt am See lagern. Wen der Hunger plagt, der hat es von dort auch nicht weit nach Seeseit’n mit seinem herrlichen Biergarten mit weitem Blick über die Seeshaupter Bucht. Dort ist es, seit die Umgehungsstraße nach Seeshaupt fertig ist, übrigens noch ruhiger und idyllischer geworden.

Oder man fährt in die andere Richtung.

Perfekte Abendstimmung für das Freilichttheater im Summerpark.
Foto: Pixabay

Wer hat beispielsweise einmal die südlich des Ammersees gelegene Erdfunkstelle Raisting besucht? Das Bild von Kapelle und bayerischem Fleckvieh neben einer Satellitenschüssel ging um die Welt. In der Erdfunkstelle wurde Geschichte geschrieben, denn von dort wurden die Bilder der ersten Mondlandung in die Welt geschickt. Der Förderverein Industriedenkmal Raisting e.V., der von ehemaligen Mitarbeitern und Zeitzeugen des Radom gegründet wurde, bietet Führungen an.

Oder man macht sich zu einem Ausflug in die Ammergauer Berge auf und besucht das Kloster Ettal. Dort ist bis November noch die Ausstellung „Mythos Bayern“ zu sehen, die anlässlich des 100jährigen Bestehens der Verfassung des Freistaates eingerichtet wurde.

Und selbst das Baden kann bei (warmem) Regenwetter in einem der Sommerfreibäder richtig Spaß machen – oder auch nach innen verlegt werden, beispielsweise in das nach Renovierung neu eröffnete Seebad in Starnberg.

Die einfachste Möglichkeit für den perfekten Urlaubstag im Regen ist aber vielleicht noch die Beste: möglichst lange ausschlafen, beim Bäcker ein paar frische Semmeln holen, mit den Liebsten ausgiebig frühstücken, später dann das Lieblingsspiel herausholen, das man schon seit Ewigkeiten nicht mehr gespielt hat, oder das Buch, das man schon so lange einmal lesen wollte.

Den Sonnenuntergang am Wasser genießen

 

Und wenn man bei Sonnenschein einfach mal keine Lust auf Ausflüge hat? Auch kein Problem: Perfekt wenn man eine Hängematte hat und einen Garten mit passenden Bäumen. Sonst sucht man sich einfach seinen Platz am See und  relaxt bis man es nicht mehr aushalten kann oder bis zum farbprächtigen Sonnenuntergang. Und noch ein Tipp: beim Ausspannen bloß kein Radio mit Verkehrsfunk einschalten.   Wolfram Seipp

 

Kühle süße Sommergelüste

Der Start in die Eissaison war heuer aufgrund der frühen sommerlichen Temperaturen ein Riesenerfolg

Pink Guave, Rüblikuchen, Zitrone-Basilikum oder Kaktusfeige – dem Erfindungsreichtum der Eiskonditoren sind kaum Grenzen gesetzt. Doch auch Klassiker wie Haselnuss, Vanille oder Malaga sind in diesem heißen Frühsommer der Renner, weiß Sven Thunig von der Starnberger Eiswerkstatt zu berichten. Seit März letzten Jahres betreibt er zusammen mit seinem Bruder Jan die Eiswerkstatt am Starnberger Rathausplatz.

Ihre Begeisterung für den Genuss und die Herstellung von Speiseeis teilen die Brüder von klein auf. Bereits ihr Urgroßvater sei stolzer Besitzer einer Eismaschine gewesen, mit der er Enkel und Urenkel für frisches Speiseeis begeisterte, berichten sie. Über fünf Jahre lang tauschten sich die beiden mit Eisherstellern aus, probierten deren Kreationen und lernten alles über die Herstellung hochwertiger Sorten, bis sie sich trauten ihre Passion zum Beruf zu machen. Ein halbes Jahr lang waren Jan und Sven Thunig mit ihrem mobilen Verkaufswagen im Bürgerpark und am Kirchplatz vertreten, bis sie ihren festen Standort in den Räumlichkeiten des ehemaligen Cafés am Kirchplatz fanden.

Außer der Eiswerkstatt gibt es bereits drei weitere mit kühlen süßen Köstlichkeiten gefüllte Eisdielen in Starnberg: das Gelatok an der Wittelsbacher Straße, eine Eisdiele an der Seepromenade beim Undosa und eine in den Seearkaden gegenüber vom Bahnhof See.

 

Pöcking kann sich seit April über das Gelatino freuen, das in dem ehemaligen Blumengeschäft direkt an der Hauptstraße neben dem Literaturhaus seine Pforten öffnete. Der Start in das Eisjahr wurde angesichts sommerlicher Temperaturen vorverlegt. Die Eisdiele sorgte gleich nach Öffnung für lange Schlangen und eine Belebung des Platzes, der nun mit Eis schleckenden Familien und einer Boulebahn für fast mediterranes Lebensgefühl im Herzen Pöckings sorgt.

Das Eis des Gelatino wird jeden Tag in München frisch zubereitet und angeliefert. In München und am Starnberger See betreiben die Besitzer des Gelatino, Mario D‘Amico und Giovanni Carlino, mehrere Filialen. In den Starnberger Seearkaden sind sie seit 2009 mit ihrer Eisdiele bekannt. Für die Produktion ihres Eises setzen auch sie auf beste Qualität. So verwenden sie frische Milch aus der Region und frische Früchte. Giovanni Carlino ist gelernter Eiskonditor und stellt sogar die Vanille-und Nußpasten selbst her. Mario D’Amico, der den kaufmännischen Part übernommen hat, und sein Partner haben weiter große Pläne. In jeder Gemeinde rund um den See möchten sie eine Gelatino-Filiale eröffnen.

 

Das Tal der Gelatiere liegt in den Dolomiten

 

Doch die Konkurrenz ist mittlerweile groß. So ist das Eis-Corallo beliebter Platzhirsch in Tutzing. Als „Il Re del Gelato“, König des Eises, bezeichnet sich Raffaele Panciera selbstironisch. Der gelernte Eiskonditor ist in den Dolomiten im Val di Zoldo aufgewachsen, dem „Tal der Gelatiere“, wo die Eismacherkunst seit Ende des 19. Jahrhunderts weitergegeben wird. Eis-Liebhaber schwören auf sein selbstgemachtes Eis aus frischen und natürlichen Zutaten. An schönen Tagen bildet sich zuverlässig eine lange Schlange vor der Verkaufstheke des Eis-Corallo in der Tutzinger Hauptstraße.

Doch auch in den anderen Gemeinden rund um den See muss man nicht darben. So ist das Eis-Café Ghiotto in Seeshaupt seit Jahren ein beliebter Treffpunkt für Eis-Liebhaber. In Münsing kann man sein Eis in der Eisdiele G. Carlino neben dem Loriot Denkmal genießen und über Herrn Müller-Lüdenscheid und Doktor Klöbner schmunzeln, wie sie zusammen mit ihrer Badeente in der Wanne sitzen...

Für viele Einheimische und Besucher rund um den See gehört in der warmen Jahreszeit mittlerweile das frische Speiseeis vom Eiskonditor ebenso zum guten Lebensgefühl wie der Sprung ins erfrischende kühlende Nass des Sees.            

Wolfram Seipp

 

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