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Kurz nach der Wintersonnwende am 21. Dezember, dem Thomastag, wenn die Nächte schwarz und lang sind und die Winterwinde um die Häuser pfeifen, bricht die Zeit der Rauhnächte an, um die sich Mythen und geistergläubige Geschichten ranken. Viele Bräuche dieser Zeit, –   allen voran der Perchtenlauf der zottigen Gestalten mit ihren unheimlichen behörnten Masken –  basieren auf heidnischen Mythen. Zwölf Nächte sind es an der Zahl, die erste ist die vom 25. auf den 26. Dezember, das Ende setzt die Nacht vom 5. auf den 6. Januar. Es ist die Zeit zwischen den Jahren, in denen der germanische Mondkalender mit seinen zwölf Monden und 354 Tagen mit elf „toten Tagen“ aufgefüllt wurde, um die 365 Tage des Jahres voll zu machen –   eine Zeit der Andacht, die den Menschen seit jeher als besonders heilig erschien und in der man schon bei den Alten die Arbeit ruhen ließ. „Rauh“ meint nicht das raue Dezemberklima, sondern kommt von „rauch“, was früher behaart und pelzig bedeutete. Die Rauhnächte sind die Nächte in denen die Perchten, in Felle gewandet, in schauerlichen Masken das Böse vertreiben.

 

Von wegen „stade Zeit“. Bei vielfältigen Veranstaltungen, Weihnachtskonzerten und Künstlerausstellungen – für Groß und Klein, Jung und Alt – kommt dennoch richtige Stimmung für den Advent auf.

Entdeckerpfade

Weilheim

Früher hieß es, dass in den Rauhnächten das Geisterreich offenstehe, was den Toten die Gelegenheit gebe, auf der Erde herumzuirren. Man kann sich vorstellen, dass die furchteinflößenden Perchten, die den Geistern lautstark die Stirn boten, den Menschen ein Gefühl von Schutz angesichts ihrer Ängste vor den ruhelosen Seelen in der bedrohlichen Dunkelheit gaben. Deshalb war es Brauch, ihnen zum Dank Speisen vor die Tür zu stellen. Zum Schutz des Hauses vor der Heimsuchung durch die Geister wurden die Räume mit Wacholder oder Weihrauch ausgeräuchert, auch Kochgeschirr und Speisen wurden so behandelt. Im Stall sollte das Räucherwerk auch das wertvolle Vieh schützen.

 

Die Tiere im Stall, so wurde über die Rauhnächte weiter erzählt, sprächen dann um Mitternacht in der Sprache der Menschen. Wer dies vernähme, sei allerdings dem Tode geweiht. Der Volksmund will außerdem wissen, dass die Zeit um Silvester sich besonders gut für Orakel eignet – noch heute lebt dieser Aberglaube auf vielen Festen im Bleigießen weiter. Wer über Silvester Wäsche aufhänge, dem drohe im neuen Jahr Unglück, heißt es außerdem. Ledige Frauen könnten in einer Rauhnacht an einer Wegkreuzung um Mitternacht ihren Zukünftigen sehen. Ansprechen dürften sie ihn jedoch nicht, denn auch dies würde ihren Tod bedeuten.  

 

Die Perchtenläufe waren lange in Österreich, Südtirol, in der Schweiz und in den bayerischen Alpentälern Brauch. Erst in der jüngeren Vergangenheit haben sich auch im Voralpenland Gruppen gebildet, etwa 1984 im Landkreis Weilheim die Penzberger Beaschdn. Seit 2013 gibt es die umtriebigen Amper-Perchten, die sich der Brauchtumspflege rund um Fürstenfeldbruck widmen. Schon zweimal waren die Perchten von Bleiboch Pass zu Gast in Dießen. Die Tiroler Perchten treiben auf dem Untermüllerplatz die Ammerseer Geister aus. 17 furchteinflößende Perchten rund um die Hex ziehen die vielen Besucher mit ihren Fackeln, Glocken, lauten Rufen und den Rhythmen ihrer Trommeln in ihren Bann – auch dieses Jahr werden sie am 1. Dezember in Dießen erwartet.   Die Dramaturgie und die Figuren des Laufs unterscheiden sich von Ort zu Ort.

Schaurige Perchten 

Um die Zeit der Rauhnächte ranken sich viele Mythen,
gruselige Geschichten und Bräuche

Frau Percht und die
Gestalten der Nacht

                    

Stets zum Personal des wilden Reigens gehört jedoch die Frau Percht. Die Hauptfigur zeigt sich mit doppeltem Gesicht, auf der einen Seite als Sonne, auf der anderen – wie sollte es anders sein –   als Teufel. Vielleicht ist sie eine Verkörperung der nordischen Gottheit Frigg, der Gattin des Odin, vielleicht geht sie aber auch auf Freya, die Göttin der Fruchtbarkeit, zurück. Um Frau Percht ranken sich die meisten Geschichten: Sie überwache Sauberkeit und Speisevorschriften während der staden Zeit der Winterandacht sowie den Fleiß der Mädchen beim Spinnen.

Früher hieß es, dass in den Rauhnächten das Geisterreich offenstehe. Die furchteinflößenden Perchten boten den Geistern die Stirn.
Fotos: Pixabay (1), Bierl (1)

Einer anderen Sage nach ging sie in den Dörfern um, schlitzte bösen Kindern den Bauch auf und füllte ihn mit Steinen. Neben ihr spielen die Schönperchten und die Schiachperchten wichtige Rollen. Letztere sind unliebsame Gesellen, die nicht zögern, die Rute einzusetzen. Sie sind Gestalten der Nacht, die aber gleichtzeitig mit ihren Fackeln Licht in die lange Dunkelheit bringen. Die Schönperchten hingegen sind gutmütige Figuren. Sie symbolisieren das Licht und die Wärme und gelten als Vorboten des Frühlings. Während die Schiachperchten sich nachts herumtreiben, gehen die Schönperchten oft am Tag durch die Dörfer, um den Bewohnern Glück zu wünschen. Für einen „Heidenlärm“ sorgen die Musikperchten, die mit Trommeln und Blasinstrumenten den Winter und die bösen Geister vertreiben sollen. An ihren Fellanzügen hängen große und kleine Glocken, die klingen, wenn sie kraftvoll mit den Beinen auf den Boden stampfen, um den Frühling in der Erde zu wecken. Die sogenannten Tänzer rasen den Zug entlang und wirbeln um die Frau Percht herum.

 

Vor der Hut sein sollte man besonders vor den Schlenzern oder Schnabelperchten, denn sie jagen den Zuschauern gerne Schrecken ein, sammeln Geld oder wollen sich an den Besitztümern der Menschen gütlich tun.         Sona Hähnel

Adalbert und Aladdin

 

In den Wochen vor Weihnachten  ist im
Oberland einiges geboten

Konzerte, Lesungen,   Theater,

Jazztage „Ammertöne“

Für Jazzfreunde sind die Weilheimer Jazztage ein Pflichttermin. Heuer finden die „Ammertöne“  zum 14. Mal statt. Am 16. November tritt um 20 Uhr im Weilheimer Stadttheater das Joscha Arnold Large Ensemble auf. Am 17. November spielen ab 20 Uhr das Philip Rumsch Ensemble und das Johannes Enders Quartett.

Kinder

Basteln im Schlossmuseum

An allen Adventssamstagen (1., 8., 15. und 22. Dezember) können Kinder die Adventswerkstatt im Schlossmuseum Murnau besuchen. Beginn ist jeweils um 10.30 Uhr. Es gibt Bastelangebote zu verschiedenen Themen, die auf der Homepage (www.schlossmuseum-murnau.de) bekannt gegeben werden.

 

Adalbert, der 8. Zwerg

„Adalbert, der 8. Zwerg“ heißt die Weihnachtsgeschichte für Kinder ab drei Jahren, die am Freitag, 30. November, 14.30 Uhr, im Schongauer Brauhaus, Altenstadter Straße 13, aufgeführt wird. Die Geschichte spielt im Zwergenland, wo der zwei Meter große Zwerg Adalbert wegen seiner Größe verbannt wurde. Nun versucht er die sieben Zwerge durch eine Einladung gnädig zu stimmen, damit er Weihnachten nicht wieder alleine feiern muss.

 

Aladdin und die Wunderlampe

Am Dienstag, 18. Dezember, 15 Uhr, ist das Weilheimer Stadttheater, Theatergasse 1, für Kinder geöffnet. Das Münchener Theater für Kinder ist zu Gast mit dem Bühnenstück „Aladdin und die Wunderlampe“. Die Geschichte ist für Kinder ab sechs Jahren geeignet.

Irische Weihnacht

Die vierköpfige Band Breaking Strings lädt am Freitag, 7. Dezember, ab 18.30 Uhr, zu einer irischen Weihnacht in das Schongauer Brauhaus, Altenstadter Straße 13. Melodien und Lieder aus der mündlich überlieferten Musiktradition der britischen Inseln werden neu interpretiert. Es erklingen die traditionellen Instrumente Irlands und Schottlands: Uilleann Pipes, Whistles, Wooden Flute, Geige, Bodhrán, Oktavmandoline und Klavier.

 

Heilige Nacht  mit Enrico de Paruta

Enrico de Paruta gastiert mit seiner kammermusikalischen Fassung von Ludwig Thomas Weihnachtslegende „Heilige Nacht“ in der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt in Weilheim. Am Freitag, 7. Dezember, führt er dort ab 19.30 Uhr das Weihnachts-Singspiel „Heilige Nacht“ auf. Das  Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“, das heuer 200 Jahre alt wird, leitet das Finale ein. Die Gesangs- und Instrumentalsolisten spannen den Bogen von weihnachtlicher Klassik mit Werken von Franz Schubert, Mauro Giuliani, Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Georg Friedrich Händel und Max Reger bis hin zur konzertanten alpenländischen Volksmusik.

Fotos (3): Pixabay

„Heilige Nacht“ von Thoma

Es ist ein Klassiker zur Weihnachtszeit. Die Weihnachtslegende „Heilige Nacht“ von Ludwig Thoma. Dabei wird die Weihnachtsgeschichte mit den Engeln und den Hirten auf dem Feld auf Bayerisch erzählt. Die Erzählung „Heilige Nacht“ als gereimtes Gedicht ist die wohl bekannteste  alpenländische Weihnachtsgeschichte.

Die Lesung findet am 18. Dezember ab 19 Uhr im Penzberger Pfarrzentrum Christkönig, Barbarasaal, Bahnhofstraße 35, statt.

 

Weihnachtlich und unverschämt

Die „Unverschämte Wirtshausmusik“ tritt am Samstag, 15. Dezember, ab 18.30 Uhr im Schongauer Brauhaus, Altenstadter Straße 13, auf. Mit der Harfe, der Zither, der Steirischen Harmonika und der Konzertina erzählen die Vollblutmusikanten Geschichten, Lieder und Weisen, mal nachdenklich, mal aufmüpfig, von Bayern bis an europäische Grenzen.

Berge versetzen  

 

Im Freizeit Baggerpark erfüllen sich Kinderträume –
Große lernen Teamwork

Vielleicht lief ja in manchem linksgerichteten Haushalt in den bewegten 1970er Jahren Dieter Süverkrups Lied vom Baggerführer Willibald, der bezahlbaren Wohnraum für alle schafft und animierte die Kleinen zum Baggern in der Sandkiste. Jedenfalls hat sich die Faszination, mit den schweren Schaufeln „Berge zu versetzen“ über Generationen gehalten, trotz Verführungen zum Spielen im Internet oder mit der Playstation. Manche Kinder können auf Baustellen stundenlang den Baggern zuschauen, die scheinbar mühelos riesige Löcher buddeln oder Sandberge versetzen. Ihr größter Wunsch, einmal selbst zu baggern, wird im Freizeit Bagger-Park bei Schongau Wirklichkeit.

 

Einmaliger Erlebnispark

 

Stefan Zech aus Marktoberdorf im Allgäu hatte die Idee zu dem im süddeutschen Raum wohl einmaligen Erlebnispark. Als gelernter Maschinenbauer für Bau- und Landmaschinen kennt er sich mit Baggern bestens aus und kann sie selbst reparieren. Dennoch war es ein langer Weg bis zur Eröffnung des Freizeit-Parks, den er als Hobby neben seiner Arbeit betreibt. Ganze sieben Jahre dauerte es, bis er alle Genehmigungen und Versicherungen beisammen hatte. Seine Frau stärkte ihm den Rücken und Freunde halfen beim Internet-Auftritt.

 

Keine Männerdomäne

 

Ein zwischen Auer- und Peißenberg in schöner Voralpenlandschaft gelegenes 2000 Quadratmeter großes Areal mit Sand- und Kieshaufen wurde angemietet. Minibagger für die Kleinsten in der Sandkiste bis zu einem 20 Tonnen schweren Kettenbagger mit über 130 PS wurden angeschafft. Schon ab drei Jahren dürfen Kinder in dem Freizeit-Park hydraulisch baggern. Und ab sechs Jahren dürfen die angehenden Baggerfahrer schon einen Minibagger mit 25 PS bewegen und dessen erstaunliche Kräfte erproben. Mit der hydraulischen Steuerung, die auch bei größeren Baggern zum Einsatz kommt, lässt sich die Schaufel zentimetergenau bewegen.

 

Der Kettenbagger ist das Highlight des Parks und darf ab 14 Jahren bedient werden. Kleine Baggerfreunde dürfen bei den Erwachsenen auf dem Schoß sitzen und zuschauen, ob der Aushub mit der Schaufel gelingt oder ein Stapel Reifen getroffen wird. Für jeden Baggerfahrer gibt Stefan Zech eine gründliche Einweisung. Ein Haftungsausschluss muss unterzeichnet werden und dann kann jeder sein Geschick beweisen.

 

Das Baggern im Freizeit-Park sei keine Männerdomäne, erzählt Zech: „Auf dem großen Bagger haben wir mehr Frauen als Männer“. Vor kurzem sei sogar eine 76-jährige Dame gekommen, die schon immer mal einen großen Bagger bedienen wollte. Stefan Zech zieht nach den zwei Jahren, in denen der Park besteht, ein positives Fazit: „Es ist schön zu sehen, wenn Kinder abends vom Platz mit einem Lächeln im Gesicht gehen und Du ihnen einen Lebenstraum verwirklicht hast.“

Fotos (3): Freizeit-Baggerpark

Legenden um Sankt Martin  

 

Am 11.11. wird vielerorts wieder das Martinsfest gefeiert

Es gibt Kindheitserlebnisse, an die man sich immer gerne erinnen wird, lebenslang. Der stimmungsvolle St. Martinsumzug gehört dazu, genauso wie die durch Ungeschicklichkeit abgebrannte Laterne oder das Kinderlied „Ich gehe mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Da oben leuchten die Sterne, hier unten leuchten wir. Ein Lichtermeer zu Martins Ehr, Rabimmel, Rabammel, Rabumm. Ein Lichtermeer zu Martins Ehr, Rabimmel, Rabammel, Rabumm...“

 

An vielen Orten, in vielen Gemeinden des Landkreises Weilheim-Schongau der im Südwesten des bayerischen Regierungsbezirks Oberbayern liegt und über 131.000 Einwohnern hat, finden auch heuer wieder um den 11. November herum die beliebten Martinsumzüge statt, steht in vielen Gasthäusern traditionell die Martinsgans auf der Speisekarte, wird das Martinsfest gefeiert. Auch in vielen Kindergärten wird diese alte Tradition hochgehalten. Doch wie war das eigentlich genau mit der Legende um den Heiligen Martin von Tours? Wer war Sankt Martin? Warum feiern wir das Martinsfest? 

Barmherzige Tat 

 

Der Überlieferung nach war Martin, der im heutigen Ungarn als Sohn eines römischen Militärtribuns geboren wurde, im Jahr 334 als Soldat der römisch Kaiserlichen Reitergarde in Amiens stationiert. Über dem Panzer trugen die Gardisten die Chlamys (Mantel). Ein weißer Überwurf, der aus zwei Teilen bestand und der im oberen Bereich mit Schaffell gefüttert war. Die Legende um St. Martin besagt, dass er an einem Tag im Winter am Stadttor von Amiens einem armen, unbekleideten Mann begegnete. Außer seinen Waffen und seinem Militärmantel trug Martin nichts bei sich. In einer barmherzigen Tat habe Martin seinen Mantel mit dem Schwert geteilt und eine Hälfte dem Armen gegeben. In der folgenden Nacht sei ihm dann im Traum Christus erschienen, bekleidet mit dem halben Mantel, den Martin dem Bettler gegeben hatte.

Martin von Tours ließ sich nach diesem Erweckungserlebnis taufen und trat, so bald ihm das möglich war, aus dem Militär aus, wurde Priester und lebte zunächst als Einsiedler. Um 360, so die Überlieferung, gründete er in Ligugé in der Nähe des französischen Poitiers das erste Kloster des Abendlandes und baute im Jahre 375 in der Nähe von Tours ein weiteres Kloster: Marmoutier, wo Gleichgesinnte mit ihm ein Leben in Einfachheit, Gebet und persönlicher Besitzlosigkeit lebten. Martin wurde als Ratgeber und Nothelfer bekannt. Als einige Jahre später ein neuer Bischof von Tours gesucht wurde, waren sich die Menschen schnell einig, dass es Martin werden sollte.

 

Sein Grab in Tours ist eine bedeutende Wallfahrtsstätte 

 

Im hohen Alter von 81 Jahren, am 8. November 397, starb Martin von Tours. Seine Beerdigung fand am 11. November unter großer Anteilnahme der Bevölkerung statt. Ausgehend von Frankreich breitete sich seine Verehrung schnell aus. Bereits zum Ende des Mittelalters soll es dort mehr als 3500 Martinskirchen gegeben haben. Bis heute gilt der heilige Martin als Patron zahlreicher Berufsgruppen wie der Schneider, Winzer und Weber. Allerdings auch als Schutzpatron der Bettler, Geächteten und Kriegsdienstverweigerer. Sein Grab in der neuen Martinsbasilika von Tours ist eine bedeutende Wallfahrtsstätte.

Sulpicius Severus, ein Weggefährte Martins, beschrieb um 395 das Leben des Heiligen. Die Aufzeichnungen von Sulpicius Severus wurden erstmals 1466 ins Deutsche übersetzt und dienten im Frühmittelalter im Bereich der fränkischen Reichskirche und darüber hinaus auch in der Westkirche als eine Vorlage für Heiligenviten. Der Heilige Martin ist zudem einer der wenigen Heiligen, der eines natürlichen Todes gestorben ist und kein Märtyrer war.

Es konnte so natürlich nicht ausbleiben, dass schon bald etliche Legenden mit Erzählungen von Wundern Martins, beispielsweise Totenerweckungen, entstanden. Etliche Legenden ranken sich auch um den beruflichen Werdegang Martins, der im Jahr 371 in der Stadt Tours von den Einwohnern zum Bischof ernannt werden sollte. Martin, der sich des Amtes unwürdig empfand, soll sich in einem Gänsestall versteckt haben. Aufgeregt schnatternde Gänse hätten ihn allerdings verraten. Martin musste das Bischofsamt annehmen.

Einer weiteren Legende zufolge waren die Gänse in die Kirche gewatschelt und hätten mit ihrem Schnattern die Predigt Martins gestört. Zur Strafe seien sie anschließend gebraten worden. Historiker freilich bezweifeln, dass sich daraus der Brauch ableitete, am Fest des Heiligen traditionell eine Martinsgans zuzubereiten. Eher schon könnte als Erklärung das Datum des 11. Novembers dienen. Es war der Tag, an dem die Steuern oder Lehensabgaben fällig waren, die meist in Form von Naturalien erbracht wurden – etwa in Form einer Gans.

Außerdem war der 11. November der letzte Tag vor Beginn der 40-tägigen Fastenzeit vor Weihnachten. Letzte Chance also, noch einmal einen deftigen Braten zu genießen. Rund um den Martinstag am 11. November landen deshalb nicht nur im Landkreis Weilheim-Schongau immer noch unzählige der vermutlich zu Unrecht als „Verräter“ gescholtenen Gänse im Bräter.

Anders als die Gänse-Legende, klingt die Bischofs-Episode von Martins Biografen Sulpicius Severus: Martin wollte nicht Oberhirte werden und wartet im Versteck, dass die Bürger jemand anderen zum Bischof wählen. Die aber verfallen auf eine List. Sie schicken Rusticus zu ihm, der wusste, wo ihr Kandidat zu finden ist. Der erzählt Martin von seiner sterbenskranken Frau, die noch einmal mit Martin sprechen möchte. Und der überlegt nicht lange, weil er helfen will. Er verlässt sein Versteck – und wird zum Bischof gewählt.

Krönender Abschluss des Laternenumzugs des Martin-Umzugs ist häufig das Martinsfeuer, bei dem sich die Teilnehmer an vielen Orten und in vielen Gemeinden um das lodernde wärmende Martinsfeuer versammeln.

 

Symbol für Freude 

Das Martinsfeuer ist ein Symbol für Freude. Es bringt Licht ins Dunkel. Außerdem wurden im November häufig auf den Feldern Feuer entzündet – aus Dankbarkeit für die Ernte und zum Abschluss des Erntejahres.            Rudi Kanamüller

Foto: Pixabay
Traditionelles Weihnachtskonzert in der Stadthalle

Zu ihrem Weihnachtskonzert laden Weilheimer Stadtkapelle und Jungmusiker am Samstag, 22. Dezember, in die Stadthalle ein. Das Konzert unter der Leitung von Anian Schwab beginnt um 20 Uhr.

 

Konzert der Knappschafts-und Trachtenkapelle

Die Knappschafts- und Trachtenkapelle Peiting tritt bei zwei Weihnachtskonzerten in der Schlossberghalle, Münchner Straße 13, in Peiting auf. Das erste Konzert findet am 23. Dezember, um 20 Uhr statt. Das zweite Konzert ist am Dienstag, 25. Dezember, um 20 Uhr.

 

Musikalische Lesung

Monika Baumgartner (Lesung) und Veronika Ponzer (Harfe) kommen am Sonntag, 18. November, um 18 Uhr zu einer musikalischen Lesung mit Geschichten von Oskar Maria Graf, Karl Heinrich Waggerl und anderen in das Weilheimer Stadttheater, Theatergasse 1.

 

Bayerischer Jedermann

Zum 110-jährigen Jubiläum des Vereins zeigt das Oberlandler Volkstheater Penzberg unter der Regie von Claudia Herdrich den bayerischen „Jedermann“. Oskar Weber hat die bayerische Fassung des Originals von Hugo von Hofmannsthal geschrieben. Das Stück wird am Samstag, 17. November, ab 19.30 Uhr in der Penzberger Stadthalle, Michael-Pfalzgraf-Platz 1, aufgeführt.

 Andreasmarkt in  Weilheim und Penzberg

Am letzten Sonntag im November findet in Weilheim der traditionelle Andreasmarkt statt. Rund 80 fliegende Händler werden am 25. November in der Oberen Stadt rund um den Stadtbach und den Rathausplatz ihre Stände aufbauen und zwischen 9 und 18 Uhr allerlei Nützliches und Originelles anbieten. Am Marienplatz gibt es von 11 bis 17 Uhr einen Bauernmarkt und zwischen 12 und 17 Uhr laden die Weilheimer Geschäfte zum Marktsonntag. 

 

Auch die Pfarreiengemeinschaft Peißenberg lädt zu einem Andreasmarkt ein. Dieser findet am Samstag, 24. November, von 10 bis 16 Uhr am Kirchplatz und in der Peißenberger Sonnenstraße statt.               Patrizia Steipe

Foto: Pixabay
Foto: Pixabay
Adventskonzert  im Bibliotheksaal

Alpenländische Lieder und Volksmusik zur Weihnachtszeit gibt es am Samstag, 15. Dezember, im Bibliothekssaal des Kloster Polling.
Das Konzert beginnt um 19 Uhr.

 

Weilheimer Festspiele

Die Weilheimer Festspiele bringen Jean Baptiste Molières „George Dandin oder der betrogene Ehemann“ auf die Bühne des Stadttheaters, Theatergasse 1. Premiere ist am Samstag, 15 Dezember, um 20 Uhr. Die Komödie wurde 1668 uraufgeführt, ist aber heute noch aktuell. Weitere Aufführungen sind am 16. Dezember, 18 Uhr, am 26. Dezember, um 18 Uhr, am 28. und 29. Dezember jeweils um 20 Uhr und am 30. und 31. Dezember jeweils um 18 Uhr.

Teambuilding-Maßnahme

 

Und die Anfragen sind zahlreich. Hauptsächlich kommen Familien aus dem gesamten Einzugsgebiet von München und Augsburg, gebucht wird der Bagger-Park aber auch von Vereinen oder von Firmen, bei denen das Baggern als Teambuilding-Maßnahme beliebt ist. Stefan Zech bietet zudem die Möglichkeit, seinen Park außerhalb der regulären Öffnungszeiten nach Absprache zu nutzen. Alle Bagger verfügen über geschlossene Fahrerkabinen, so dass auch bei schlechtem Wetter gebaggert werden kann. Um sicher zu gehen, dass der gewünschte Bagger auch verfügbar ist, sollte online über das Reservierungssystem gebucht werden.

 

Für kleine Baggerfahrer ist eine Geschenkkarte für das Erlebnis mit einem echten Bagger neben dem Spielzeugbagger übrigens ein tolles Weihnachtsgeschenk. Allerdings muss der Nachwuchs sich bis nach Weihnachten etwas gedulden.

             Wolfram Seipp

 

Geöffnet ist der Bagger-Freizeitpark ab April bis Ende November an den Samstagen ganztägig von 9 bis 17 Uhr sowie an mehreren Sonntagen bis 14 Uhr.

Infos: www.freizeit-baggerpark.de, Anfragen: info@freizeit-baggerpark.de.

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Kinder ziehen mit Laternen durch die Straßen und singen 

 

Sankt Martin ist heute einer der bekanntesten und beliebtesten Heiligen – vor allem bei den Kindern. Und zum Brauchtum um den Heiligen gehört es, dass jedes Jahr am 11. November Kinder mit bunten Laternen durch die dunklen Straßen ziehen und Martinslieder singen. In vielen Städten werden sie dabei von einem Reiter mit römischem Helm und Purpurmantel begleitet, der an die berühmte Mantelteilung von Amiens erinnern soll.

Zum Martins-Brauchtum gehören auch die Martinswecken als Gebäck und in einigen Regionen die Martinsfeuer. Der Martinsweck wird meist nach dem Martinszug an die Kinder verteilt. Er besteht aus Hefeteig und hat die Form eines Männchens. Augen und Jackenknöpfe sind aus Rosinen und er hält eine Tonpfeife in der Hand.

Foto: Pixabay
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