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Weilheim wird Oberzentrum

 

Die Stadt hat nun einen Versorgungsauftrag, erhält mehr Fördergelder – und will Universitätsstandort werden

 

Im Mai kam die gute Nachricht. Der bayerische Heimatminister Markus Söder informierte bei einem Besuch, dass der Antrag, Weilheim zum Oberzentrum aufzustufen, erfolgreich war. „Er muss nur noch durch den Landtag abgesegnet werden“, freute sich Standortförderin Jutta Liebmann. Es gilt jedoch als sicher, dass die bayerischen Abgeordneten im Herbst der Verordnung zustimmen.
Gemeinsam mit verschiedenen Abteilungen in der Weilheimer Stadtverwaltung hatte Liebmann ein Bewerbungskonzept für die Aufstufung geschrieben, dem auch der Stadtrat zugestimmt hatte. Nachdem das Ansinnen beim ersten Mal nicht berücksichtigt worden war, hatte die Standortförderin noch einmal nachgelegt. In dem neuen Schreiben wurden nochmals alle Einrichtungen Weilheims und die gute Infrastruktur aufgelistet, um die bereits jetzt bestehende Wichtigkeit der Stadt zu unterstreichen. „In der Bewerbung haben wir betont, dass wir die Rolle als Oberzentrum unbedingt möchten“, sagte Liebmann. Das hatte schließlich das Ministerium doch noch überzeugt. „Weilheim bringt einfach alles mit“, erklärte Söder im Weilheimer Landratsamt. Mit „alles“ meinte er die vielen Schulen, Ämter, Agentur für Arbeit, Behörden und Landesstellen, aber auch das Krankenhaus.

 

BUSINESS UND BRAUCHTUM IN WEILHEIM UND OBERLAND
Die Stadtflucht nach München soll in Weilheim gebremst werden. Hier präsentiert sich die Innenstadt von ihrer schönsten Seite.
Foto: Stadt Weilheim
Aufgaben und Vorteile

 

Durch die Einstufung vom Mittel- zum Oberzentrum bekommt die Stadt den Status eines zentralen Hauptorts, der verschiedene Versorgungsaufträge für die umliegenden Städte und Gemeinden erfüllen soll. Flächendeckend sollen die Einrichtungen sein, aber auch gut erreichbar für die Umlandbevölkerung. Diese Vorgaben kann Weilheim bereits erfüllen, so dass die Aufstufung nicht mit teuren Investitionen für die Stadt verbunden ist. Als Oberzentrum hat die Stadt aber auch die Verpflichtung, dass die Versorgungsfunktion für die Zukunft gesichert ist. Für die bestehenden Einrichtungen bedeutet dies eine Standortsicherung. Falls es Einsparungen geben sollte, dann könne man davon ausgehen, dass wohl Behörden eher nicht aus einem Oberzentrum abgezogen werden würden, erklärte Liebmann.
Durch die Aufstufung zum Oberzentrum wird Weilheim als eigenständiger Wirtschafts-, Arbeits- und Lebensraum südlich der Metropole München gestärkt. Das hat Auswirkungen auf die Entwicklung des Standorts. Ein attraktives Oberzentrum könnte auch der Landflucht in Richtung Landeshauptstadt entgegen wirken. Als Beispiel dienen andere Oberzentren wie Rosenheim, Augsburg oder Ingolstadt. Das sind zwar größere Städte als Weilheim, „aber es kommt bei einer Aufstufung weniger auf die Größe als auf den Versorgungsauftrag eines Oberzentrums an“, weiß Liebmann. Schließlich gebe es eine ganze Reihe Oberzentren, die sogar deutlich kleiner als Weilheim seien.
Ein Vorteil für die Stadt ist, dass sie nun mehr Schlüsselzuweisungen bekommt und mehr Fördergelder abrufen kann. Bei seinem Besuch hatte Söder auch im Auftrag des Freistaats für den Landkreis Weilheim-Schongau Zusagen für 6,5 Millionen Euro an Fördergeldern übermittelt. Damit soll das Weilheimer Gymnasium umgebaut und generalsaniert werden. Die Realschule Schongau bekommt für die Erweiterung 1,3 Millionen Euro. Außerdem soll noch in diesem Jahr ein weiterer Bauabschnitt der Sanierung des Weilheimer Krankenhauses mit Notaufnahme, OP-Sälen und Eingangsbereich beginnen.

 

Wegen der gestärkten Bedeutung Weilheims könnten in Zukunft weitere Behörden und öffentliche Einrichtungen wie Schulen ihren Standort in die Stadt verlegen. Aber auch für neue Wohngebiete und Einzelhandelsbetriebe außerhalb des Zentrums wird es einfacher, sich anzusiedeln. Ob Weilheim dies wünscht, kann der Stadtrat immer noch selbst entscheiden, denn eine Verpflichtung zur Erweiterung besteht für ein Oberzentrum Weilheim nicht. Liebmann versicherte, dass für die Stadt die „Sicherung des Bestands“ im Vordergrund stehe. Liebmann selbst hat einen anderen Traum. Sie liebäugelt damit, dass Weilheim Universitätsstandort werden würde. „Eine Lehrabteilung könnte sich Weilheim als verlängerten Arm zu München aussuchen“, schlägt sie vor.

 

Lücke auf der Landkarte

 

Seit mehreren Jahrzehnten wird die räumliche Entwicklung Bayerns durch das Landesentwicklungsprogramm (LEP) gesteuert. Darin sind die Ziele von Faktoren wie die Siedlungsstruktur, die Verkehrs- und Wirtschaftsentwicklung, die Energieversorgung sowie soziale und kulturelle Infrastruktur festgelegt. Außerdem werden die Städte und Gemeinden gemäß ihrer Bedeutung eingestuft. Zentrale Orte mit einer besonderen Bedeutung sind an erster Stelle die Oberzentren, gefolgt von den Mittelzentren. Weilheim war bisher, so wie Murnau, Penzberg, Peißenberg und Schongau, ein Mittelzentrum. Im Rahmen der Fortschreibung des Landesentwicklungsplans beantragten die Weilheimer eine Aufstufung zum Oberzentrum. „Wenn man auf die Landkarte schaut, dann gab es bei uns eine Lücke“, sagt Liebmann. Das nächste Oberzentrum sei Garmisch-Partenkirchen. Es sei „nur gerecht“ wenn durch ein Oberzentrum Weilheim eine gleichmäßige Verteilung von solchen Zentren in Oberbayern gelinge.  Patrizia Steipe

 

 

Viele Behörden haben ihren Sitz in Weilheim.
Foto: Steipe

Sommer am Staffelsee


Ob Kreuzfahrt, Cluburlaub oder Zelt-Abenteuer, der See der sieben Inseln bietet für Daheimgebliebene jede Menge Abwechslung

 

Lust auf einen Kurzurlaub? Wie wäre es mit einem Ausflug an den Staffelsee! Dieser idyllisch vor der Bergkulisse liegende See ist 4,6 Kilometer lang und 3,7 Kilometer breit. Die Uferlänge beträgt rund 20 Kilometer – eine ideale Länge, um den See ohne große Anstrengung mit dem Rad, zu Fuß oder mit dem Boot oder dem Stand-Up-Paddel zu umrunden.

 

 

Die MS Seehausen zieht regelmäßig ihre Runden über den Staffelsee.
Foto: Staffelsee Seenschifffahrt
Vom See aus bekommen die Passagiere eine ganz andere Sicht auf den Uferbereich. Foto: Markt Murnau/Gebhardt Photography
Ein schönes Schild für Wanderer – es bedeutet unter anderem „Abkürzung“.
Foto: Steipe
Foto: Markt Murnau/Wolfgang Ehnrt
Kreuzfahrt mit der MS Seehausen

Zwischen den Anliegergemeinden Seehausen, Murnau und Uffing verkehrt das Fahrgastschiff MS Seehausen. Es ist ein modernes erst acht Jahre altes Motorschiff. Bei schönem Wetter verbringen die Ausflügler die Fahrt auf dem geräumigen Oberdeck mit seinem herrlichen Panoramablick. Da kann man sich ein wenig wie auf einer Kreuzfahrt fühlen. 170 Personen finden hier einen Sitzplatz. Bei schlechtem oder kühlem Wetter kann man die Fahrt aber auch im Salon unter Deck genießen.

 

Abenteuer mit Boot und Zelt
Individualisten mieten sich im Bootsverleih selbst ein Ruder-, Tret- oder Elektroboot. Besonders „in“ ist es, aufrecht auf einem Stand-up-Paddel über den See mit seinen sieben Inseln vorbeizufahren. Fast alle Inseln sind zugänglich, Wörth ist die Größte. In der Inselkapelle St. Simpert werden regelmäßig Gottesdienste abgehalten.
Mit einem Zelt kann man seinen Kurzurlaub am Staffelsee auf der autofreien Campinginsel Buchau verlängern. Hier darf man bis zum 15. Oktober sein Zelt aufschlagen. Abends kann man am Inselkiosk mit Biergarten den Sonnenuntergang genießen. Der Zeltplatz auf der Insel Große Birke ist den Mitgliedern des Deutschen Kanuverbands vorbehalten. Die Insel Mühlwörth befindet sich im Privatbesitz und ist öffentlich nicht zugängliches Landschaftsschutzgebiet. Dann gibt es noch die Kleine Birke, das Graden-Eiland und die Jakobsinsel.

Auf dem Rundweg um den See wandern

Eine schöne Wandertour bietet der 22 Kilometer lange Staffelsee-Rundweg. Der Weg führt entlang des Südufers und durch das mystische Staffelseemoor. Immer wieder werden die Wanderer zum Ufer geleitet, wo der Staffelsee zum Abkühlen einlädt. Der See gilt übrigens als „Warmsee“ wegen seiner Wassertemperatur, die im Hochsommer zwischen 22 und 26 Grad erreicht. Übrigens: Dem moorhaltigen Wasser wird heilende Wirkung auf die Gesundheit nachgesagt. Wem der Rundweg zu lange ist, der kann die Strecke mit einer Schifffahrt über den See abkürzen. Die Wanderstrecke zwischen den Anlegestellen Achele und Uffing beträgt dann nur mehr 13 Kilometer.

Cluburlaub im Freibad Lido

Richtiges Clubfeeling kommt im Murnauer Freibad Lido mit seinem Burger- und Strandrestaurant auf. Mit einem Unterschied: Bändchen braucht man sich nicht um das Handgelenk zu binden. Bis Ende August sind die Gäste bei schönem Wetter zu einem sportlichen Mitmachprogramm am Seeufer eingeladen. Die Gruppen sind offen. Kommen darf jeder. Jeden Dienstag erwartet Fitnesstrainerin Christiane die Teilnehmer um 8.30 Uhr am Holzsteg direkt am Staffelsee. In frischer Luft und mit dem Blick über das Wasser lässt sich eine anstrengende Übung des Fit & Well-Programms des Schwimmbads gut aushalten.

Lateinamerikanische Klänge lässt Zumba-Trainerin Nicole jeden Mittwochabend von 19 bis 20 Uhr erklingen. Dann wirbeln bei dem temperamentvollen Workout die Beine und die Hüften kreisen. Freitags geht es meditativer, aber ebenso kräftigend zu: Bereits um 8.15 Uhr lädt Guru Kathrin zum Yoga mit Kundalini-Einfluss. Einmalig ist der Sonnengruß vor der Kulisse des Staffelsees. Anschließend kann man sich im Freibad ein Frühstück gönnen und schon mal seinen Lieblingsplatz auf der Liegewiese sichern.

Betreiber Kurt Höller hat das Strandbad seit 2004 gepachtet. Seinen Gästen bietet er immer wieder neue Aktionen „und wir haben den längsten Sonnenuntergang weit und breit“, schwärmt Höller.

 

 

Reiche Fanggründe für Angler
Wer Ruhe und Abgeschiedenheit bevorzugt und gerne angelt, für den ist der Staffelsee ebenfalls ein lohnendes Ausflugsziel. Bis zum 15. Oktober dürfen Angler zwischen 8 und 19 Uhr ihre Angel in den See werfen. Die Erlaubnisscheine können die Hobbyfischer am Bootsverleih in Seehausen erwerben. Mit etwas Glück können Hechte, Zander, Aale, Renken oder Schleien aus dem See gefischt werden, der übrigens mit rund 40 Metern ganz schön tief ist.

 

Neues Heimatmuseum im alten Pfarrhof
Ein Schatzkästchen am Staffelsee ist das Heimatmuseum Seehausen. Die letzten Monate war es wegen des Umzugs in den denkmalgeschützten alten Pfarrhof der Gemeinde geschlossen. Eigentlich hätte das Museum bereits eröffnen sollen, doch der Umbau hat sich verzögert. Im Herbst soll es aber so weit sein. Mit einem völlig neuen Konzept und barrierefrei wird sich das Museum nach der Wiedereröffnung den Besuchern präsentieren.
Im Museum gibt es verschiedene Schwerpunkte. Einer ist die Fischerei, die das Fischerdorf Seehausen über die Jahrhunderte geprägt hat. Auch die Grabungsfunde der Insel Wörth werden im Heimatmuseum ausgestellt. Es sind Mauerreste einer aus dem 7. Jahrhundert stammenden Kirche und Funde aus der Kelten- und Römerzeit. Einen besonderen Schwerpunkt wird die Hinterglasmalerei im Museum einnehmen. Patrizia Steipe

 

 

Glück auf in Peißenberg und Penzberg


Zwei Bergwerksmuseen lassen Besucher in die historische Welt der Pechkohleförderung blicken

 

Es ist noch gar nicht so lange her, dass am Hohenpeißenberg und in Penzberg Bergbau betrieben wurde. Vor allem im 19. Jahrhundert bildete der Bergbau die Lebensgrundlage vieler Familien. Der Ertrag an Pechkohle war beachtlich. Allein in Peißenberg sind über 32 Millionen Tonnen Kohle gefördert worden. Die letzten Gruben wurden erst vor rund 50 Jahren geschlossen. Dass die Erinnerung an die vergangenen Bergbauzeiten bewahrt wird, ist den ehemaligen Bergleuten zu verdanken. Sie haben sich in Vereinen wie dem Knappenverein oder den Bergbaumuseumsfreunden organisiert und sich für Museen eingesetzt. Heute sind das Erlebnisbergwerk Peißenberg und das Bergwerksmuseum in Penzberg touristische Attraktionen.

 

Erlebnisbergwerk Peißenberg

Ein Highlight in der Region ist das neue Erlebnisbergwerk Peißenberg, das vor einiger Zeit modernisiert worden ist. Die Besucher können jetzt statt zu Fuß mit einer kleinen Grubenbahn knapp 100 Meter in den Tiefstollen einfahren. Die Fahrt endet da, wo der Tiefstollen in seinem ursprünglichen bergmännisch hergerichteten Zustand erhalten geblieben ist. Verschiedene Ausbauformen belegen den technischen Fortschritt im Bergwerk. Über Lautsprecher bekommen die Besucher Informationen über das harte Leben der Bergleute. Auf dem Rückweg gehen die Gäste zu Fuß über einen originalen Schrägstollen. Zum authentischen Bergwerksgefühl tragen die Grubengeräusche, Lichteffekte und das Grollen einer Sprengung bei, die den Besuchern vorgespielt werden.
Neben dem Stollen befindet sich auf dem ehemaligen Bergwerksgelände das Bergbaumuseum. Hier wird der Abbau der Kohle dargestellt von der mühsamen Handarbeit im 16. Jahrhundert bis zum vollmechanisierten Bergwerk des 20. Jahrhunderts. Rund 1,5 Millionen Tonnen Kohle wurden bis zum Jahr 1923 aus dem Tiefstollen geholt. Neben den bergmännischen Techniken und Schachtmodellen gibt es originale Uniformen, Werkzeuge, Grubenlampen, Fotos und Dokumente zum besichtigen.

 

 

 

Die Wände dieses Tunnels haben noch die früheren Bergleute behauen.
Foto: Markt Peißenberg

Ein Besuch des Bergbaumuseums lässt sich sehr gut mit einer dreistündigen Wanderung auf dem rund zehn Kilometer langen Stollenweg kombinieren. Der beginnt am Parkplatz beim Bergbaumuseum. An 15 Standorten des Rundweges erfährt der Wanderer auf Tafeln Wissenswertes über den Bergbau, die Geologie und die Landschaft am Hohen Peißenberg.


Jeden 1. und 3. Sonntag im Monat ist das Bergbaumuseum Peißenberg, Tiefstollen 2, von 13.30 bis 16.30 Uhr geöffnet. Bis zum 15. September ist auch mittwochs von 13.30 bis 16.30 Uhr geöffnet. Die letzte Führung beginnt um 15.30 Uhr.

 

 

Bergwerksmuseum Penzberg
Auch Penzberg erinnert in einem Museum an seine rund 200-jährige Bergbauvergangenheit. Schließlich verdankt die Stadt ihre Existenz dem Kohlevorkommen. Bis 1966 wurde in Penzberg Pechkohle abgebaut. Seilbahnen, Kamine und Schachtanlagen bestimmten das Straßenbild. Ehemalige Bergleute hatten nach der Schließung der Gruben das Museum initiiert und originale Arbeitsgeräte, Dokumente und Fotografien beigesteuert.
Vor ein paar Jahren hat die Stadt als Trägerin das Museum modernisiert. Das Bergwerksmuseum befindet sich im Untergeschoss der Realschule, ist aber nicht barrierefrei erreichbar. In der neuen Dauerausstellung gibt es eine Sammlung von Grubenlampen, Vermessungsgeräten, Karten, Fotografien, ein Bergwerkstelefon, Dokumente und natürlich die Hunten, wie die Förderwagen genannt werden, sowie einen Aufzug aus dem Förderturm. Ein Film erklärt die Entstehung der Kohle, und es gibt sogar ein historisches Filmdokument über das Penzberger Bergwerk aus dem Jahr 1929. Die Filme, Modelle und Medienstationen und natürlich die authentisch wirkenden Streckennachbauten veranschaulichen die Arbeitsabläufe in einem Bergwerk – vom schweißtreibenden Abbau mit der Hand bis zum automatisierten Betrieb. Besonders eindrucksvoll ist die simulierte Sprengung.  


Das Bergwerksmuseum Penzberg in der Karlstraße 36, ist mittwochs, donnerstags, samstags und sonntags und an Feiertagen jeweils von
10 bis 17 Uhr geöffnet.
Patrizia Steipe

 

 

 

An den Seiten des Stollens sind alte Gerätschaften aufgebaut wie der grüne Wurfschaufellader, der Bohrhammer und der Druckluft-Lüfter.
Foto: Markt Peißenberg